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18.10.2017

Industrie 4.0: Effizienzsteigerung ist der Weg zum Ziel

Digitalisierung und Industrie 4.0 – alle sprechen davon und Unternehmen, die die Chancen erkannt haben, sind bereits auf dem Weg und befinden sich aktuell im Veränderungsprozess. Industrie 4.0 ist aber weit mehr als eine Neustrukturierung technischer Prozesse und birgt viele Herausforderungen für das Change-Management.

Ein wichtiger Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen ist die Veränderungsfähigkeit auf allen Mitarbeiterebenen. Im größten Potential liegt aber auch das größte Risiko – denn Veränderung schafft meist Unsicherheiten und Ängste. Neue Arbeitswelten entstehen, Hierarchien kommen auf den Prüfstand, lineare und funktionszentrierte Strukturen werden aufgeweicht. Die Angst vor neuen Herausforderungen oder Statusverlust ist groß. So kann jeder Change-Prozess – bewusst oder unbewusst – ausgebremst oder verzögert werden.

Ein Unternehmen, das eine Veränderung – mit der Vision der „Industrie 4.0“ – plant und den Weg zu Digitalisierung beschreiten will, muss über technologische Aspekte hinaus passende Rahmenbedingungen schaffen. Digitalisierung bedeutet nicht, einfach ein neues System zu implementieren. Es bedeutet vielmehr bedarfsgerecht und organisationsverträglich neue Wege zu gehen und Mitarbeiter im Veränderungsprozess zu unterstützen. Sie müssen einbezogen, sensibilisiert und geschult werden. Nur so können Schwellenängste abgebaut und Kompetenzen erlangt werden. Ein wichtiger Aspekt dabei ist – gemäß dem Motto „Akzeptanz statt Angst“, den Mitarbeitern Perspektiven aufzuzeigen und Lösungen zu erarbeiten, wie Gundula Pally, Geschäftsführerin der Kerkhoff Consulting GmbH Wien aus Erfahrung weiß. „Wir können zwar heute bereits vollständig autarke Prozesse aufsetzen, die Mitarbeiter entlasten oder, provokativ formuliert, in Teilen entbehrlich machen, aber unsere Sichtweise ist eine andere.“

Denn trotz aller Vergleichbarkeiten ist jedes Unternehmen, jede Branche anders, mit individuellen Herausforderungen und Lösungsansätzen. Aber: In jedem Unternehmen liegt das Potential der Veränderungsfähigkeit auf allen Mitarbeiterebenen. In der „Lernfabrik 4.0“ kann ein solcher Veränderungsprozess anhand eines kundenindividuellen Planspiels mit Einbeziehung von Mitarbeitern aus den verschiedensten Abteilungen simuliert werden. Durch diese Praxissimulation können die Teilnehmer erleben, wie standardisierte Prozesse und Digitalisierung die Abläufe in einem Unternehmen vereinfachen und die Effizienz steigern können. So werden Ängste gegenüber den Veränderungen genommen und bereits vorab die Umsetzung bis ins Detail praktisch erprobt.

Dazu wird die gesamte Wertschöpfungskette veranschaulicht, die täglichen Prozesse eines produzierenden Unternehmens vereinfacht dargestellt und in der Praxissimulation Veränderungen entlang der Wertschöpfungskette betrachtet. Silodenken wird aufgebrochen, konkurrierende Interessen, Konflikte und unklare Erwartungen werden auf eine interdisziplinäre Aufgabenstellung fokussiert. „Es ist der Stolz der Mitarbeiter, die etwas Gemeinsames und Nachhaltiges erarbeitet haben und sie antreibt diese Ideen und Veränderungen voranzutreiben.“ sagt Gundula Pally. „Als Berater ist es lediglich unsere Aufgabe heranzuführen, zu coachen und Dinge reflektieren zu lassen. Den Rest machen die Mitarbeiter selbst.“ Mitarbeiter werden somit durch die eigene Erfahrung motiviert und erfahren neue Perspektiven.

Digitalisierung 4.0 ist also mehr als ein technisches Update und funktioniert nicht auf Knopfdruck. Die aktuelle wirtschaftliche Dynamik konfrontiert Unternehmen mit konstantem Wandel und Veränderungen sind bereits Teil des alltäglichen Geschäfts. Dabei entscheiden Veränderungsbereitschaft und Kreativität über den Erfolg von morgen. Veränderungen durch systemische Prozesse bedarfsgerecht steuern – der Weg ist das Ziel.

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