test
11.08.2011

Mit ein paar Klicks Kosten sparen

Deutschlands Unternehmen investieren wieder kräftig und haben meist auch guten Zugang zu Bankkrediten. Dennoch könnten viele Firmen die Kapitalbeschaffung auch in Zeiten des Konjunkturhochs noch optimieren.

Von Norbert Hofmann

Deutschlands Unternehmen investieren wieder kräftig und haben meist auch guten Zugang zu Bankkrediten. Dennoch könnten viele Firmen die Kapitalbeschaffung auch in Zeiten des Konjunkturhochs noch optimieren.

„Günstiger, als sich Geld zu leihen, ist es, die Innenfinanzierungskraft zu stäken“ mahnte kürzlich Gerd Kerkhoff, Geschäftsführer von Kerkhoff Consulting, anlässlich der Präsentation einer von seiner Gesellschaft in Auftrag gegebenen Allensbach-Studie. Laut dieser Befragung müssen Mittelständler weit mehr auf Fremdkapital zurückgreifen als Großunternehmen. Die Vorteile eines konsequenten Liquiditätsmanagements aber werden immer noch unterschätzt. Zu Unrecht: Denn erst eine starke Innenfinanzierung erlaubt es, so betont Kerkhoff, sich gegenüber „den Einflussmöglichkeiten von Gläubigem und Fremdkapitalgebern unabhängiger zu machen“. 

Auch die Kreditinstitute unterstützen die Unternehmen dabei, Ihr Eigenkapital auf diese Weise zu stärken. So lohnt es sich für größere Mittelständler mit Tochtergesellschaften im In- oder Ausland, die Kontokorrentkonten der Ableger zentral zu steuern und möglichst zeitnah auszubalancieren. Warum auch freie Liquidität an einem Ort niedrig verzinst vorhalten wenn die kurzfristige Finanzierung an einer anderen Stelle innerhalb der Firmengruppe mehr Geld kostet?

Die vollelektronische Zusammenführung der Konten über von ihnen bereitgestellte Tools, so werben die Banken, kann für mehr Effizienz sorgen. Nicht immer allerdings ist klar, ob sich die Installation solcher Systeme unter Kosten- und Nutzenaspekten lohnt. Die Geldhäuser wollen auch bei dieser Analyse helfen. „Anhand eines Potenzial-Checks können wir deutlich machen, welche Zinsersparnis und Liquiditätsvorteile ein Cash-Pooling in einem bestimmten Zeitraum gebracht hätte“ sagt Norbert Mayer, Leiter Cash und Workring Capital Consulting bei der HypoVereinsbank.

Die elektronischen Systeme helfen nicht nur bei der laufenden Disposition der Konten und dem Erreichen einer Zero Balance, sondern liefern auch wichtige Daten für die Planung. So können sie unter anderem aufzeigen, wo Geldbestände im Unternehmen vielleicht über einen längeren Zeitraum zur Verfügung stehen.

Gerade der kleine Mittelstand hinkt noch hinterher

Das Potenzial im Working-Capital-Management ist bei vielen Firmen noch längst nicht ausgeschöpft. So nutzen laut der Allensbach-Studie große Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern deutlich häufiger als kleinere Firmen die Möglichkeit, ihre Forderungen zu reduzieren und die eigenen Lieferantenverbindlichkeiten zu erhöhen.

Eine stärkere Betonung der Innenfinanzierung dürfte sich aber allein schon mit Blick auf die ab 2013 anstehenden schärferen Kapitalanforderungen an die Banken im Zuge der Regulierung durch Basel III lohnen. Vor allem bonitätsschwächere Unternehmen müssen dann wieder mit knapperen Kreditangeboten der Geldhäuser rechnen. Laut einer im Frühjahr veröffentlichten Umfrage der Deutschen Bank, die ihre Firmenkunden beim Global Cash-Pooling und der Optimierung des Umlaufvermögens ebenfalls unterstützt, haben zumindest die Unternehmen mit mehr als 25 Mio. Euro Jahresumsatz die Zeichen der Zeit bereits erkannt. Demnach verfügen 70% der befragten Firmen schon über ein systematisches Working Capital Management und die meisten von ihnen wollen es weiter optimieren. Das größte Potenzial für mehr Liquiditätsspielräume in der Zukunft sehen sie in einem strengeren Mahnwesen und einer reduzierten Lagerhaltung. Den Blick aufs Detail sollten die Finanzchefs bei alldem nicht vergessen. In Deutschland etwa geht rund die Hälfte aller Unternehmen davon aus, dass das Rechnungsdatum die Basis für die Fälligkeit einer Lieferantenrechnung ist. „Tatsächlich relevant aber ist das Eingangsdatum, und wer das weiß, kann ganz seriös drei bis vier Tage Liquidität sparen“, sagt Mayer.

Impressum & Datenschutz – Kerkhoff Negotiations GmbH – +49 211 6218061-0 – Elisabethstr. 5 – 40217 Düsseldorf